Coaching dient der Persönlichkeitsentwicklung und der mentalen Stärkung gesunder Menschen. In einem ausführlichen Vorgespräch wird geklärt, ob die Voraussetzungen für solch einen Weg vorliegen. Es gibt viele sogenannte Abhängigkeiten, die Betroffenen oft gar nicht bewusst sind. Auch das gesellschaftlich durchaus akzeptierte Alkoholtrinken ist für den einen ein sogenannter Spaß und für den anderen kann schon unbemerkt eine gewisse Abhängigkeit entstanden sein und damit einhergehend ein gewisser Leidensdruck.
Mit folgenden Fragen (angelehnt an ICD-10 Punkten) können Sie sich selbst ein wenig einordnen:
- Starker Drang, unbezwingbares Verlangen, das Alkohol zu konsumieren
- Kontrollverlust beim Konsum (ich kann nicht mehr aufhören, wann ich will)
- Toleranzentwicklung (ich brauch immer mehr, um gleiche Wirkung zu erzielen)
- Entzugssymptome (z. B. Schwitzen, Zittern, Kopf- und Gliederschmerzen)
- Änderung des Tagesplans, damit Sie das Suchtmittel konsumieren können (Zwanghaftigkeit)
- Fortführung des Konsums trotz schädlicher körperlicher, psychischer oder sozialer Folgen (Kontrollverlust)
- Leugnung des Problems
Sollten Sie bei mindestens 3 Punkten gedanklich mit ja antworten, dann ist es Zeit gegenzusteuern.
Es können auch noch weitere Fragen gestellt werden:
- Gibt es Regeln des Konsums, die immer wieder nicht eingehalten werden?
- Gibt es Vorsätze zum Fasten die nicht umgesetzt werden sondern ständig gebrochen werden?
- Gibt es wenigen Konsum aber sehr regelmäßig?
- Gibt es leise Hinweise auf eine gewisse Abhängigkeit?
- Gibt es negatives Feedback oder Hinweise seitens der Angehörigen?
- Gibt es den einen oder anderen kritischen eigenen Gedanken, dass sich was verändern müsste?
- Worauf können Sie schwer verzichten?
Es gibt unzählige Gelegenheiten, Alkohol zu konsumieren zum Beispiel bei allen Arten von Feiern, zu besonderen Anlässen und zu besonderen Zeiten. Alkohol kann zur Beruhigung dienen, aber auch um die Stimmung zu heben. Desweiteren kann es auch zur Belohnung und zur Entspannung führen. Meistens probieren Menschen in der Jugend Alkohol und im Laufe des Lebens hat sich ein selbstverständlicher regelmäßiger Konsum eingeschlichen. Es wird weniger hinterfragt, in welchem Ausmaß Alkohol zu gesundheitlichen Folgen führen kann, obwohl es unzählige Publikationen hierzu gibt wie stark bedenklich der Genuss davon ist. Abgesehen von den körperlichen negativen Folgen können sich unmerklich auch psychische Folgen einstellen wie Stimmungsschwankungen und Ängste, die meistens nicht mit dem Konsum in Verbindung gebracht werden. Das heißt, sowohl körperliche negative Auswirkungen als auch psychische Folgen werden von Einzelnen nicht in Verbindung mit Alkohol gebracht.
Es ist zu empfehlen, sich ausführlich mit den Nebenwirkungen von Alkohol zu beschäftigen, und vor allem mit denjenigen, die oft nur eher unterschwellig wahrgenommen werden. Dies könnte ein Anreiz sein, den Konsum zu hinterfragen und sich vielleicht zu überlegen, diesen zu reduzieren. Viele Menschen möchten eine Veränderung in ihren Gewohnheiten vornehmen und fühlen sich nicht mehr mit ihrem selbstverständlichen Konsum wohl. Sie möchten vielleicht weniger trinken oder vielleicht sogar ganz aufhören. Sie beginnen vielleicht den einen oder anderen Fastenmonat einzuführen oder sich gewisse Regeln aufzusetzen, um den Konsum regulieren zu können. Viele können ihre Vorsätze auch wirklich umsetzen, andere wiederum brauchen erstmal eine sogenannte Standortbestimmung zur Zielerreichung. Dafür ist eine psychologische Beratung oder ein Coaching geeignet, um erstmal festzustellen was ist überhaupt realistisch umsetzbar, welche Hilfe wird dafür benötigt. In einer Standortbestimmung werden viele Fragen beantwortet wie zum Beispiel:
- Welche Anteile blockieren den Willen zur persönlichen Veränderung?
- Welche Ziele sind realistisch erreichbar?
- Welche Entwicklung hat der Konsum beim Einzelnen genommen?
- Ist der Wille überhaupt groß, Alkohol zu reduzieren oder ist es eine sogenannte Schnappsidee?
- Wieviel inneren Ressourcen sind vorhanden, um das Ganze umzusetzen?
- Welche äußeren Ressourcen sind zur Unterstützung vorhanden.
- Was für Nebenwirkungen werden die Veränderungen mit sich bringen?
- Welche kleineren Teilziele können leicht umgesetzt werden?
- Welche emotionalen Faktoren spielen bei diesem Veränderungsprozess überhaupt eine Rolle?
- Welche Glaubensätze und Gedanken herrschen zu diesem Thema?
Diese und viele weiteren Fragen werden bei einem persönlichen Coaching gelöst, sodass es sich anbietet, erst einmal eine sogenannte erste Phase zu durchlaufen. Diese Standortbestimmung, wer bin ich und wo will ich hin, bildet einen sehr festen Grund, auf dem weitere Schritte und Ideen zur Minimierung oder Abstinenz von Alkohol aufgebaut werden können. Der Klient gibt das Tempo vor und bestimmt, ob überhaupt und wann er in eine nächste Phase eintreten will. Der Coach begleitet ihn in seinem Tempo.
Gabriele Möller, Psychologische Beraterin im Ruhrgebiet